Montag, 2. Juni 2008, 20h, Deutsch Amerikanisches Institut (dai): Sebastian Voigt – Die Dialektik von Einheit und Differenz

In Europa ist die politische und gesellschaftliche Besonderheit Amerikas bis heute kaum verstanden worden. Dies ist einer der Gründe für den weit verbreiteten Antiamerikanismus, der eine jahrhundertlange Tradition besitzt. Wie die Auseinandersetzung um den Irakkrieg zeigt, ist die Abneigung gegen Amerika abhängig von der politischen Entwicklung. Dies ist aber keineswegs als Erklärung ausreichend. Im Vortrag soll deshalb die geschichtliche Entstehung und Entwicklung des Antiamerikanismus beleuchtet werden.
Entgegen einer weit verbreiteten Sicht war Amerika historisch oft der einzige Fluchtpunkt für politisch Verfolgte. Außerdem bot es für Millionen Einwanderer, die einer schlechten wirtschaftlichen Situation zu entfliehen suchten, die Möglichkeit eines Neuanfangs.
Aufgrund der bis heute anhaltenden Einwanderung haben sich politische Strukturen herausgebildet, die Amerika als Nationalstaat von den europäischen unterscheidet. Hierzu gehört auch ein Verständnis der Staatsbürgerschaft, das immer wieder neu aushandeln muss, was es bedeutet „Amerikaner zu sein“.

Der Referent, Sebastian Voigt, ist Autor des 2007 erschienenen Buches „Die Dialektik von Einheit und Differenz. Über Ursprung und Geltung des Pluralismusprinzips in den Vereinigten Staaten von Amerika“.

Er studierte in Freiburg i.Br., in Amherst, Mass. und in Leipzig Geschichte, Philosophie, Deutsch und Erziehungswissenschaften. Im Jahre 2006 erwarb er den Magiser Artium und 2007 legte er das Erste Staatsexamen für das gymnasiale Lehramt ab.
Zurzeit ist er Promovend am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und arbeitet über die politische Erfahrungsgeschichte jüdischer Intellektueller im Nachkriegsfrankreich.

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